UNESCO-Welterbe

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb

Vor 40.000 Jahren schufen die Eiszeitkünstler auf der Schwäbischen Alb in den Höhlen des Ach- und Lonetals einzigartige Kunstwerke aus Mammutelfenbein. Auch die ältesten Musikinstrumente haben wir ihrer Fingerfertigkeit zu verdanken. Nirgendwo auf der ganzen Welt wurden bisher ältere Kunstgegenstände und Musik­instrumente gefunden.

Heute können Sie im Ach- und Lonetal das Leben der Eiszeitmenschen hautnah erleben und ihre Kunstwerke im Original sehen. Lassen Sie sich inspirieren und tauchen Sie ein in das Reich der Eiszeitkünstler. Besuchen Sie das UNESCO-Welterbe “Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb” und erwecken Sie den Eiszeitkünstler in Ihnen zum Leben!

Weitere Informationen zum gesamten UNESCO-Welterbe unter
www.welt-kultursprung.de

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Eiszeit und Kunst

Das Lonetal vor 40.000 Jahren – Die Kultur im Aurignacien

In der letzten Eiszeit sah das Lonetal völlig anders aus als wir es heute sehen. Wo jetzt Wälder und Wiesen sind, breitete sich eine kaltzeitliche Steppe aus. Die nackten Felsen stachen deutlich aus der offenen Landschaft heraus. Durch diese wand sich das Lonetal, dessen Fluss im Frühling das Schmelzwasser der Albhochfläche zur Donau leitete. Jetzt führt die Lone, die hauptsächlich unterirdisch fließt, nur noch sporadisch Wasser und vermittelt wenig von ihrer ehemaligen Größe.

In diese Landschaft wanderte vor 40.000 Jahren, von Südosten kommend, der Donau flussaufwärts folgend, der anatomisch moderne Mensch ein. Seine Kultur, die von 40.000 bis ca. 32.000 Jahren vor heute in Europa und dem Vorderen Orient verbreitet war, wird als das Aurignacien bezeichnet. Benannt wurde diese Zeitstufe nach dem Fundplatz Aurignac im Department Haute-Garonne am Fuße der französischen Pyrenäen.

Einzigartige Funde

Die Funde – Ein kulturhistorischer Schatz von Weltrang

Die Vogelherdhöhle weist ein reiches Inventar an Steinwerkzeugen und Elfenbein- und Geweihgeräten auf. In den Nachgrabungen kamen zahlreiche Schmuckobjekte und Fragmente von Flöten zu Tage, die zu den ältesten der Welt gehören. Die einzigartigen Tierplastiken aus dem Aurignacien bestechen nicht nur durch ihre Ästhetik und ihre handwerkliche Perfektion, sie sind auch die ältesten figürlichen Kunstwerke der Menschheit. Elf Figuren fand bereits Gustav Riek 1931, fünf weitere und zahlreiche Fragmente konnten in den Nachgrabungen von 2005 bis 2012 unter der Leitung von Nicholas Conard hinzugefügt werden.

Eine der fünf Figuren aus der Nachgrabung von Nicholas Conard ist das kleine Mammut, das im Original in der Schatzkammer des Archäopark Vogelherd zu sehen ist. Die nur wenige Zentimeter große vollplastische Figur eines Mammuts zeugt mit ihrem Detailgrad nicht nur von den außerordentlichen handwerklichen Fähigkeiten des modernen Menschen, sondern auch von seiner einzigartigen Schaffenskraft. Die Entdeckung dieses vollständig erhaltenen und 40.000 Jahren alten Kunstwerk war eine wissenschaftliche Sensation, die die Vogelherdhöhle als eine der Fundstellen der ältesten figürlichen Kunst der Menschheit weltweit bekannt machte. Seither ist das Mammut aus der Vogelherdhöhle das Wahrzeichen vom Archäopark Vogelherd, das auch unser Logo ziert.

40.000 Jahre alte, überaus aufwändig gefertigte Kunstwerke, die keine alltagspraktische Funktion hatten. Waren sie Schmuck? Eine Ehrerweisung an die Tiere? War ihr Sinn die Bannung von Ängsten? Oder symbolisierten sie Gruppenzusammengehörigkeit und Identität? Die genaue Bedeutung der Figuren für unsere Ahnen wird wohl ein Geheimnis bleiben. Ihre Schönheit können wir allerdings unmittelbar erkennen. Das kleine Mammut und den Höhlenlöwen können Sie in der Schatzkammer im Infozentrum des Archäoparks bewundern!

» 3D Modelle der Fundstücke ansehen

Großes Mammut – 1931
Löwen Halbrelief – Grabung (Conard) 2006
Fisch - Grabung 2008
Schmuck Binczik
Kleines Mammut – Grabung (Conard) 2006
Wildpferd – 1931

Vogelherdhöhle

Die Vogelherdhöhle gilt als eine der reichsten Fundstätten im UNESCO-Welterbegebiet

Die Höhle lag strategisch ideal auf einem Felssporn 20 Höhenmeter oberhalb der Lone und eröffnete einen perfekten 180°-Blick über den Talverlauf, der hier einen kleinen Knick beschreibt. Über 100 000 Jahre lang bot die Höhle mit ihren drei Zugängen unseren Vorfahren Behausung und Zuflucht. Von dieser sicheren und trockenen Position aus konnten sie bereits von weitem Tiere oder Gefahren erkennen, auf die Jagd gehen und als mobile Verbände ihren Beutetieren hinterher ziehen.

So hinterließen die Bewohner über viele tausend Jahre hin Schicht für Schicht der Nachwelt einzigartige Schätze und machten die Vogelherdhöhle zu einer der bemerkenswertesten Grabungsstätten der menschlichen Urgeschichte.

» 3D Modelle weiterer Höhlen des Welterbes

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Vogelherdhöhle by LAD BW on Sketchfab

Aktuelle Forschung

Der Vogelherd ist eine zentrale Fundstelle für das Verständnis des europäischen Aurignacien, der Zeit des frühen modernen Menschen in Europa. Die …

Seit 2016 gräbt die Universität Tübingen an der Langmahdhalde, einem Felsüberhang etwa 2km vom Vogelherd entfernt. Bislang wurden 10 unterschiedliche archäologische …

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb

Ein UNESCO-Welterbe (Teil 1-5)

Der Film „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb – Ein UNESCO-Welterbe“ begleitet die Nominierung und Einschreibung dieser Welterbestätte. Hier werden grundlegenden Fragen beantwortet, wie: „Was ist nötig, um eine Kulturstätte in die Welterbeliste einzutragen? Wie ist der Einschreibungsprozess gestaltet? Wer ist daran beteiligt? Wie wird die Welterbestätte zukünftig betreut?“. Darüber hinaus bietet der Film einen Blick hinter die Kulissen und erläutert Hintergründe zu Forschung, Erhaltung und zum Management der Stätte.

Teil 1: Der Weg zum UNESCO-Welterbe

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Teil 2: Hintergrund und Bedeutung

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Teil 3: Forschungsgeschichte

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Teil 4: Schutz und Konservierung

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Teil 5: Wissensvermittlung

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Kontaktieren Sie uns gerne über unser Formular oder rufen Sie uns an!

UNESCO-Welterbe – Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb